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Rennradempfohlene Tour

Mit dem Rennrad über den Pragelpass und den Klausenpass im Herzen der Schweiz

Rennrad · Schweiz· geschlossen
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Peter Bauer 
  • Die Ostseite des Pragelpasses: Blick auf den Klöntaler See.
    / Die Ostseite des Pragelpasses: Blick auf den Klöntaler See.
    Foto: Peter Bauer, Community
  • / Oben auf dem Pragelpass (1548 Meter).
    Foto: Peter Bauer, Community
  • / Ungewöhnliche Begegnungen in den dichten Fichtenwäldern auf der Westseite des Pragelpasses.
    Foto: Peter Bauer, Community
  • / Klausenpasshöhe.
    Foto: Peter Bauer, Community
  • / Die Ostseite des Klausenpasses.
    Foto: Peter Bauer, Community
  • / Schnee im Sommer: Keine Seltenheit am Klausenpass.
    Foto: Peter Bauer, Community
  • / Sie haben "Vorfahrt" auf dem Urner Boden.
    Foto: Peter Bauer, Community
m 2000 1500 1000 500 120 100 80 60 40 20 km
Pragelpass (1548 Meter) und Klausenpass (1952 Meter): Zwei reizvolle Pässe liegen auf unserem Weg im Herz der Schweiz. Ungewöhnliche Blicke gibt es auf den Vierwaldstätter See (Urner See). Und immer wieder begegnen wir den Spuren von Wilhelm Tell.

Diese Tour liegt im Bereich einer Wegesperrung und ist daher geschlossen.Aktuelle Infos

geschlossen
Strecke 129,2 km
9:22 h
3.140 hm
3.140 hm
1.949 hm
433 hm

Im Herz der Schweiz unterwegs: So könnte man die Tour, die wir an dieser Stelle vorschlagen, in Kurzform umschreiben. Die Strecke führt über den Pragelpass (1548 Meter) und den Klausenpass (1952 Meter), zwei satte und gleichermaßen landschaftlich schöne Anstiege. Mit rund 130 Kilometern hat die Tour eine durchaus satte Länge und etwa 3100 Höhenmetern mit einigen hochprozentigen Anstiegen (bis 16 Prozent am Pragelpass) sind nicht zu unterschätzen. Aber die Runde ist auch regelrecht gespickt mit großartigen landschaftlichen Höhepunkten.

Im Bereich Altdorf/Bürglen sind wir auf den Spuren des Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell unterwegs. Ein besonderes Schmankerl ist der Urner Boden auf der Ostseite des Klausenpasses. Er ist die größte Alm der Schweiz, rund 2000 Kühe sind hier während der warmen Jahreszeit anzutreffen. Und sie haben „Vorfahrt“ – auch als Radler sollte man sich da auf die eine oder andere Pause einstellen. Aber nicht zuletzt auch das gibt dieser Tour einen ganz besonderen Reiz.

Mit dem Klöntaler See liegt auch noch ein besonderes reizvolles Gewässer am Wegesrand. Wem der Sinn nach Schwimmen steht – der kommt hier inmitten einer mitreißenden Bergwelt auf seine Kosten. Das gilt natürlich auch für den Vierwaldstätter See. 

Nach der Auffahrt auf der Ostseite des Pragelpasses mit Steigungen bis zu 16 Prozent tauchen wir auf der Westseite ein in den Bödmerenwald, der als der größte Fichtenurwald Westeuropas gilt. Aber die Westseite des Pragelpasses hat es noch in anderer Weise in sich. Bis zu 18 Prozent ist das Gefälle, die Straße ist eine üble Schlaglochpiste, bei der Abfahrt ist besondere Vorsicht geboten. Doch einmal unten angekommen, kann man herrliche Tiefblicke zum Vierwaldstätter See (er heißt hier Urner See) genießen.

Die Axenstraße nach Süden Richtung Altdorf ist fahrerisch auch mit Blick auf etliche Tunnels kein Vergnügen. Aber immerhin gibt es für Radler eine eigene Spur, die immer wieder auch um Tunnels herumführt. Der Klausenpass mit seiner an der Bergflanke ausgesetzten Westseite (Steigungen mit Spitzen von stellenweise 12 Prozent) und der Fahrt über den Urner Boden auf der Ostseite der Straße gilt in Radlerkreisen zurecht als einer der ganz großen landschaftlichen Höhepunkte in den Alpen.

Wir starten die Tour im Herzen von Glarus, mit rund 5800 Einwohnern die kleinste Kantonshauptstadt der Schweiz. Anders als viele überlaufene Regionen der Schweiz hat sich der Kanton Glarus seine Ursprünglichkeit noch weitgehend bewahrt. Weite Bereiche von Glarus liegen unter 500 Metern Meereshöhe – und dann geht es beim legendären Berg Tödi auf über 3600 Meter hinauf, steil sind die Abstürze, groß die Höhenunterschiede. Dies verleiht der Landschaft eine mitunter geradezu atemberaubende Wucht. Im Grenzbereich zwischen den Kantonen Glarus und Graubünden liegt die Tektonikarena Piz Sardona (Unesco-Welterbe). Dort haben sich auf einzigartige Weise uralte Gesteinsschichten über jüngere Felsschichten geschoben. Für Geologen, die die Geschichte der Alpen erforschen, ist die Gegend ein „Eldorado“.

Nach dem Start in Glarus führt die Runde am Klöntaler See vorbei hinauf auf den Pragelpass. Der Pragelpass ist in der Regel an den Wochenenden von Richisau auf der Ostseite bis zur Passhöhe für Pkw und Motorräder gesperrt. Nach der schwierigen Abfahrt werden Schwyz und der Vierwaldstätter See (Urner See) erreicht. In Schwyz entscheiden wir uns für eine Variante, die die Hauptverkehrsstraße ausspart.

Nach der Fahrt nach Süden über die Axenstraße folgt über Altdorf/Bürglen der lange Anstieg zur Klausenpasshöhe. Bürglen gilt als eine der ältesten Gemeinden des Kantons Uri. Der Sage nach soll Wilhelm Tell hier gelebt haben. Im Ort gibt es ein Tell-Museum und etliche Denkmäler. Die Tell-Statue in Altdorf erinnert daran, dass hier der legendäre Apfelschuss über die Bühne gegangen sein soll.

Nachdem wir die Klausenpasshöhe erreicht haben, rollen wir über den Urner Boden gewissermaßen ins Finale der Tour hinein. Bei der Fahrt über den Urner Boden können wir uns eine ungewöhnliche Sage ins Gedächtnis rufen. Gemäß Überlieferung kam es immer wieder zu Grenzstreitigkeiten zwischen den Kantonen Uri und Glarus. So entschied man sich für einen Wettstreit. Beim ersten Hahnenschrei sollten sich zwei Läufer aus den verschiedenen Tälern nach oben auf den Weg machen – ihr Treffpunkt sollte die Grenze sein. Der Glarner Hahn verschlief … und so hatte der Läufer aus Uri freie Bahn und traf den Glarner Läufer, als er auf der Ostseite fast schon den Fuß des Klausenpasses in Linthal erreicht hatte. So gehört der Urner Boden heute zu Uri.

Der Gedanke an diese ungewöhnliche Episode trägt uns bei unserer Radtour über welliges Terrain zurück zum Ausgangspunkt Glarus, den wir nach rund 130 Kilometern Fahrt erreicht haben. Es ist das Finale einer der schönsten Radtouren im gesamten Alpenraum.

Autorentipp

In Bürglen, dem sagenhaften Heimatort Wilhelm Tells, gibt es ein Tellmuseum und weitere Telldenkmäler. Der uralte Fichtenwald auf der Westseite des Pragelpasses ist eine besondere "Sahnehaube".
Höchster Punkt
Klausenpass, 1.949 m
Tiefster Punkt
Glarus, 433 m

Sicherheitshinweise

Die bis zu 18 Prozent steile und mit Schlaglöchern gespickte Abfahrt auf der Westseite des Pragelpasses ist schon heftig. Hier ist große Vorsicht geboten.

Weitere Infos und Links

http://www.gl.ch/xml_1/internet/de/intro.cfm

Die offizielle Internetseite des in Deutschland weitgehend unbekannten Kantons Glarus.

Start

Glarus (471 m)
Koordinaten:
SwissGrid
2'723'871E 1'211'197N
DD
47.040234, 9.068645
GMS
47°02'24.8"N 9°04'07.1"E
UTM
32T 505214 5209637
w3w 
///trab.tanzte.regt

Ziel

Glarus

Wegbeschreibung

Die Tour startet in Glarus und führt am reizvollen Klöntaler See vorbei hinauf auf den Pragelpass (1548 Meter), den wir nach rund 22 Kilometern erreichen. Dann hinab nach Schwyz und zum Urner See (Vierwaldstätter See). Auf der Achsenstraße nach Süden Richtung Altdorf und hinauf zum Klausenpass (1952 Meter), der nach gut 90 Kilometern erreicht ist. Über Linthal rollen wir dann zurück zum Ausgangspunkt Glarus.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Glarus, der Ausgangspunkt der Tour, ist über den Knotenpunkt Zürich gut an das Bahnnetz angebunden.

Anfahrt

Glarus, der Ausgangspunkt der Tour, ist von Süddeutschland entweder über den Bereich Zürich oder die Rheintalautobahn und vorbei am Walensee relativ bequem erreichbar.

Koordinaten

SwissGrid
2'723'871E 1'211'197N
DD
47.040234, 9.068645
GMS
47°02'24.8"N 9°04'07.1"E
UTM
32T 505214 5209637
w3w 
///trab.tanzte.regt
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchempfehlungen des Autors

Thomas Mayr, Rennradfahren in den Alpen. Ausgewählte Touren über die schönsten Alpenpässe, Delius-Klasing-Verlag, Bielefeld, 2006: Anders als in vergleichbaren Führern beschreibt Mayr auf eine griffige Weise Geschichte, geografische Besonderheiten und Kultur einer Region. Radeln ist eben „nicht nur radeln…“

Friedrich Schiller, Wilhelm Tell, uraufgeführt am 17. März 1804 in Weimar. Erhältlich in zahlreichen Verlagen. Bei unserer Fahrt im Herzen der Schweiz als Lektüre sehr zu empfehlen.

Kartenempfehlungen des Autors

Klausenpass, Wanderkarte, Hallwag-Verlag, Maßstab 1:50000.

Hier die Beschreibung des Verlags: 

"Eine neue Kartenserie, herausgegeben in Zusammenarbeit mit Valser Service. Diese wetterfesten Karten, beidseitig laminiert, führen durch die schönsten Wandergebiete der Schweiz. Die Wanderrouten sind unterteilt in «Wanderweg», «Bergweg» und «Alpine Route». In diesen GPS-tauglichen Karten findet man viele Informationen über Unterkunft und Verpflegung, Sehenswürdigkeiten und Autobuslinien mit Haltestellen. Eine wertvolle Ergänzung ist eine Anfahrtskarte der Region und ein Ortsverzeichnis auf der Rückseite."

Analog gibt es im selben Verlag eine Wanderkarte, in der auch der Bereich Pragelpass erfasst ist - unter dem Titel "Einsiedeln, Sihlsee", ebenfalls im Maßstab 1:50 000

Ausrüstung

Ein "29er-Ritzel" hinten am Rennrad ist mit Blick auf den steilen Anstieg auf der Ostseite des Pragelpasses (bis zu 16 Prozent) schon eine feine Sache.

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Status
geschlossen
Strecke
129,2 km
Dauer
9:22 h
Aufstieg
3.140 hm
Abstieg
3.140 hm
Höchster Punkt
1.949 hm
Tiefster Punkt
433 hm
mit Bahn und Bus erreichbar Rundtour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit kulturell / historisch geologische Highlights

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Karten und Wege
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